Die Ergonomie im Labor beginnt mit der Anordnung der Arbeitsplätze und dem freien Zugang zu den Geräten. Modulare Systeme ermöglichen es, den Raum an die Art der Arbeit anzupassen, unnötige Bewegungen zu reduzieren und den Komfort der täglichen Analysen zu verbessern. Auch Licht spielt eine wichtige Rolle – selbst schattenlose Beleuchtung verbessert die Präzision und verringert die Augenbelastung.
Ergonomische Laborarbeitsstation – Definition und Hauptprinzipien
Eine ergonomische Laborarbeitsstation ist ein organisierter Arbeitsplatz im Labor, der auf den Benutzer und die ausgeführten Aktivitäten zugeschnitten ist, um die Belastung zu verringern und Sicherheit sowie Effizienz zu erhöhen.
Ergonomie (vom griechischen Ergon – Arbeit und nomos – Prinzip) wurde bereits im 19. Jahrhundert von Wojciech Bogumił Jastrzębowski in seinem Werk "Rys ergonomji" (1857) beschrieben. Heutzutage ist sie unterteilt in konzeptionelle Ergonomie (Entwurf von Grund auf) und korrigierende Ergonomie (Verbesserung bestehender Lösungen).
In Laboren ist ein häufiges Problem die statische Belastung der Wirbelsäule, die durch langjähriges Arbeiten in einer Position entsteht. Dies fördert MSDs, also Muskel- und Gelenkschmerzen. Daher wird beim Entwurf eines Laborraums der Bedarf an Biegen und Reichweite reduziert und die Ausrüstung wird in Reichweite aufgestellt.
Auch die Beleuchtung gemäß PN-EN 12464-1 ist wichtig: ca. 500 Lux für die allgemeine Beleuchtung und 750-1000 Lux für Präzisionsarbeiten. Gutes Licht reduziert Müdigkeit und verbessert die Arbeitsgenauigkeit.
Die fünf wichtigsten Prinzipien der Ergonomie und der Laborarbeitsstation
Die wichtigsten Prinzipien der Ergonomie bei der Arbeit mit Laborgeräten sind: die Aufrechterhaltung einer natürlichen Körperhaltung, das Vermeiden langanhaltender statischer Positionen, die Gewährleistung eines leichten Zugangs zu Reagenzien, angemessene Beleuchtung und eine effektive Belüftung.
In der Praxis bedeutet das, die Arbeit so zu organisieren, dass das Biegen, Greifen und Drehen des Oberkörpers begrenzt wird, und das Prinzip des goldenen Dreiecks im Labor anzuwenden, also die logische Anordnung von Geräten und Reaktanten in Reichweite.
Was ist Ergonomie am Arbeitsplatz im Labor?
Ergonomie am Arbeitsplatz im Labor bezieht sich darauf, Möbel und Ausrüstung an eine Person anzupassen, nicht umgekehrt. Die Idee ist, die Position so einzustellen, dass erzwungene Körperpositionen während der Arbeit begrenzt werden.
Dies gilt besonders bei der Arbeit mit einem Mikroskop oder einer Laboratoriemaßstab, bei der die falsche Höhe oder Position der Ausrüstung zu Überlastungen und Unannehmlichkeiten führt. Gut gestaltete Arbeitsplatzergonomie reduziert Muskelverspannungen und verbessert den Arbeitskomfort.
Die häufigsten Entwurfsfehler und der Labortisch
Die häufigsten Fehler an einem Laborarbeitsplatz sind: das Blockieren von Kommunikationswegen, das Nichtjustieren der Arbeitsflächen und die zu starre Anordnung der Geräte.
Auch Beleuchtungsstandards werden oft ignoriert und die Flexibilität des Systems wird nicht berücksichtigt. Eine falsche Platzierung des Mediums erzwingt unnatürliche Bewegungen und Verdrehungen des Oberkörpers, was die Ergonomie verringert und zu einer minderwertigen Position führen kann.
Abmessungen und Höhe der Arbeitsplatte auf der Laborbank
In der Laborergonomie wird angenommen, dass die Arbeitsplatte etwa75–85 cm für sitzende Arbeit und für stehende Arbeit 90–100 cm betragen sollte. Solche Bereiche sind für die meisten Nutzer geeignet und begrenzen die statische Belastung der Wirbelsäule.
Ein typischer Bürotisch (z. B. 150 × 75 cm) erfüllt nicht die Anforderungen der Forschungsarbeit, da er keine weiteren Geräte, Reagenzien und Arbeitsbereiche berücksichtigt. Im Labor ist auch die maximale Handreichweite entscheidend – optimal 50–60 cm innerhalb der Tischplatte, um das Bedürfnis nach Beugen und Greifen zu verringern.
Es wird nicht empfohlen, mit Objekten oberhalb der Schulterlinie (ca. 87–94 cm) zu arbeiten, da dies die Muskelspannung und das Risiko einer Überlastung erhöht. Ein korrektes Sichtfeld ist ebenfalls wichtig – die Arbeit sollte im Bereich von ca. 30° erfolgen, mit einer leichten Blickneigung (10–15° nach unten), was die Augenbelastung verringert.
Das Design von Arbeitsplätzen sollte den ISO 14738-Standard berücksichtigen, der die anthropometrischen Anforderungen an Arbeitsplätze definiert.
Zertifizierte Möbel- und Sicherheitsstandards im Labor
Sichere Laborausrüstung muss die Anforderungen der Normen erfüllen, einschließlich PN-EN 14056, die für die Planung und Installation von Labormöbeln gelten.
Ein wichtiges Element sind Laborstühle, die in Sitzhöhe, Rückenlehnenwinkel, Armlehnen und einer optionalen Fußstütze verstellbar sein sollten – alles, um die Position an den Benutzer anzupassen und die Last zu reduzieren.
Im Fall brennbarer Substanzen werden Schränke verwendet, die denKlassen Typ 30 oder 90 entsprechen, die den Klassen PN-EN 14470-1 entsprechen, um Feuerbeständigkeit und sichere Lagerung zu gewährleisten.
Moderne Lösungen basieren auf einem modularen Design, bei dem der tragende Rahmen der Möbel die Integration mobiler Untertischschränke und eines Medienanschlusspanels ermöglicht, was die Flexibilität und Sicherheit der Arbeitsorganisation erhöht.
Anordnung der Station und Auswahl widerstandsfähiger Arbeitsflächen im chemischen Labor
In einem chemischen Labor basiert die Sicherheit auf den Umweltbedingungen: In einem festen Arbeitsraum werden mindestens 18°C und ca. 13 m³ Kubikkapazität pro Person eingehalten, um die Abgasansammlung zu begrenzen.
Das Wichtigste ist jedoch die Auswahl der Arbeitsplatte:
- Monolithische Keramiken – die höchste chemische und thermische Beständigkeit, gut für starke Säuren,
- Epoxidharz (z. B. Durcon) – sehr gute chemische und mechanische Beständigkeit für intensive Arbeit,
- HPL-Laminat (z. B. Trespa TopLab) – eine universelle Lösung für moderate Chemikalien,
- Edelstahl – am besten dort, wo Hygiene und einfache Reinigung wichtig sind.
Arbeitsflächen müssen mit Abzugshauben und Rauchabzügen arbeiten, besonders in temporären Arbeitsräumen, in denen intensive Reaktionen durchgeführt werden. Die Stabilität der Stationen, z. B. während der Titration, ist ebenfalls wichtig.
Die Materialwahl sollte die langfristige Resistenz gegen Chemikalien und Lasten berücksichtigen, nicht nur den Einzelkontakt mit Substanzen.
Implementiere 5S-Prinzipien in deiner Arbeitsplatzorganisation
Die 5S-Methodik im Labor lässt sich direkt indie Gestaltung des Arbeitsplatzes und die Organisation der Architektur von Laborinnenräumen übertragen. Sein Ziel ist es, Chaos am Counter zu reduzieren und die Arbeit zu optimieren.
Auf der Werkbank wird die Unterteilung in Zonen verwendet:
- Häufige Zugangszone – am Nutzer am nächsten, grundlegende Reagenzien und Werkzeuge,
- mittlere Zugangszone – Hilfsausrüstung,
- Seltene Zugangszone – gelegentlich verwendete Ausrüstung.
Dieses System reduziert unnötige Bewegungen und unterstützt die Ergonomie am Arbeitsplatz.
Die ständige Platzierung der Geräte verringert das Risiko von Verwechslung und Kontamination, da jede Komponente einen zugewiesenen Platz hat und nach der Nutzung genau dorthin zurückkehrt.
Feste Installation und modularer Teststand
Permanente Laborausrüstung ist eine Lösung "für Jahre", aber in der Praxis ist es schwierig, sie zu ersetzen. Jede Korrektur des Grundrisses bedeutet Montagearbeiten und begrenzten Zugang zu Unterflächeninstallationen, was die Modernisierung des Raumes erschwert.
Ein modularer Labortisch hingegen gibt dir mehr Freiheit. Sie können schneller wiederhergestellt, an neue Prozesse angepasst und leichter zugänglich auf das unter der Arbeitsplatte versteckte Medien sein. Das ist besonders wichtig in Laboren, die oft das Arbeitsprofil verändern.
Die Unterschiede sind auch im Alltag zu erkennen. Eine feste Installation erlaubt selten, die Höhe der Arbeitsplatten zu ändern, während modulare Systeme manuelle oder elektrische Anpassungen ermöglichen. Zusätzlich gibt es mobile Container und Erweiterungen, die es erleichtern, Arbeit und Bestellung am Arbeitsplatz zu organisieren.
Daher funktioniert der modulare Ansatz besser, wenn das Labor flexibel und bereit für Veränderungen ist.
Die Auswirkungen der Ergonomie auf die Arbeitseffizienz und die geschäftliche Rendite des Labors
Die Implementierung von Ergonomie im Labor hat direkte Auswirkungen auf die Geschäftsergebnisse. Eine bessere Dateneingabestation und gut gestaltete Sitzarbeit verringern Ermüdung und Fehler.
Die Daten zeigen, dass eine Veränderung der Arbeitsorganisation den Krankheitsurlaub von etwa 4 % auf 1 %, also um 75 % senken kann. Gleichzeitig steigt die effektive Arbeitszeit um bis zu 86 %, was sich in einer höheren Teameffizienz niederschlägt.
In der Praxis bedeutet dies auch ein besseres Arbeitstempo – z. B. eine Erhöhung der Anzahl der gleichzeitig eingetragenen Daten von 9480 auf 11300 Zeichen. Solche Effekte sind dank einer besseren Anpassung der Geräte an den Benutzer und einer Verringerung statischer Lasten möglich.
Ein ergonomisches Audit, das von einem zertifizierten OHS-Spezialisten durchgeführt wird, spielt ebenfalls eine wichtige Rolle, da es Ihnen ermöglicht, Zeitverluste und Überlastungen im Alltag zu erkennen.
Gesundheit und psychophysisches Wohlbefinden der Labormitarbeiter
Eine gut gestaltete Testbank im Labor beeinflusst nicht nur die Leistung, sondern auch die Gesundheit des Personals. Eine richtige Ergonomie reduziert Rückenschmerzen, Muskelverspannungen und Augenbelastung.
Ein wichtiges Element ist die sensorische Ergonomie, d. h. die Verringerung der Überlastung des visuellen Systems und die Verbesserung der Konzentration durch richtige Beleuchtung und Raumorganisation.
Laut den Empfehlungen des CIOP-PIB reduziert die Abschaffung erzwungener Körperhaltungen und die Sicherstellung einer richtigen Anpassung des Arbeitsplatzes das Risiko von muskuloskelettalen Erkrankungen erheblich und verbessert den Arbeitskomfort im Alltag.
FAQ – Häufig gestellte Fragen
1. Wann sollte ein Arbeitsplatz im Labor modernisiert werden?
Wenn Flexibilität fehlt, Gesundheitsprobleme für das Personal auftreten oder die Position nicht den aktuellen Gesundheits- und Sicherheitsstandards entspricht. Abgenutzte Arbeitsplatten, mangelnde Verstellung und schlechte Beleuchtung sind ebenfalls ein Signal.
2. Warum wirkt sich eine schlechte Organisation am Arbeitsplatz auf die Gesundheit der Mitarbeiter aus?
Es verursacht langanhaltende Arbeit in erzwungenen Positionen und Belastung der Wirbelsäule, was zu Schmerzen und einer verminderten Arbeitspräzision führt.
3. Wie wählt man das Material der Tischplatte für die Prüfung aus?
Keramik und Epoxidharze werden für aggressive Chemikalien verwendet, HPL für leichtere Anwendungen. Chemische Beständigkeit und einfache Reinigung sind entscheidend.
4. Wie integriert man schwere Geräte in eine modulare Station?
Verstärkte Rahmen, geeignete Medienverbindungen und Arbeitsplatten mit hohem mechanischem Widerstand und Vibrationsstabilisierung sind erforderlich.
5. Wie verläuft die Modernisierung ohne Unterbrechung der Forschung?
Die Arbeiten werden in Etappen durchgeführt, basierend auf Modulen, die ohne Bauarbeiten zusammengebaut werden, was eine Verkürzung der Ausfallzeiten ermöglicht.
15. Juni 2026
