Welche Installationen sollten bei der Planung von Labormöbeln berücksichtigt werden?

Welche Installationen sollten bei der Planung von Labormöbeln berücksichtigt werden?

Die Planung eines modernen Labors geht über die Auswahl von Arbeitsplatten und Schränken hinaus. Ein Forschungsarbeitsplatz funktioniert nur dann einwandfrei, wenn der in die Möbel integrierte Installations-"Blutkreislauf" mit der gleichen Sorgfalt geplant wird wie die Raumaufteilung. Die Verteilung von Medien wie Strom, Wasser und technischen Gasen bestimmt die Sicherheit und Effizienz der Arbeit der Forscher.

Feuchtigkeitsbeständige Stromversorgung - Elektroinstallation der Schutzart IP44

Die Sicherheit der Stromversorgung ist die Grundlage für die Planung jedes Labors. Aufgrund des Kontakts mit Feuchtigkeit, Reagenzien und Messgeräten sollten die an Forschungsarbeitsplätzen montierten Steckdosen mindestens die Schutzart IP44 aufweisen, die vor Spritzwasser schützt. Diese Anforderung darf auch an Arbeitsplätzen, die als "trocken" gelten, nicht vernachlässigt werden.

Ebenso wichtig ist die physische Trennung der Verkabelung vom Arbeitsbereich. Strominstallationen werden in speziellen Kanälen aus Blech, Kunststoff oder Aluminium verlegt, die im Inneren der Installationsblenden der Möbel verborgen sind. Dies eliminiert das Risiko von Kabelschäden während der Arbeit und sorgt für eine aufgeräumte Ästhetik des Arbeitsplatzes.

Im RL3-System werden die Stromanschlüsse zusätzlich in umfangreichen Aufbauten platziert und nicht direkt auf der Arbeitsplatte. Dies gibt den Arbeitsbereich frei, schützt die Steckdosen vor versehentlichem Überfluten und verbessert gleichzeitig die Ergonomie.

Wasser und Abwasser: chemikalienbeständige Installation

Die Wahl des Spülbeckenmaterials sollte sich aus den Eigenschaften der durchgeführten Forschungen ergeben, da die Materialien unterschiedliche chemische Beständigkeiten bieten. Polypropylen bewährt sich dort, wo Stoßfestigkeit zählt, Keramik schützt vor Säuren und hohen Temperaturen, Epoxidharz hält dem Kontakt mit Lösungsmitteln stand und Edelstahl bietet das höchste Maß an Hygiene.

Ein wichtiges Element zum Schutz der Untertischinstallationen sind Arbeitsplatten mit erhöhtem Rand, der sogenannten "Marine Edge". Sie fassen bis zu 5 Liter versehentlich verschütteter Flüssigkeit, bevor diese die Elemente unter der Arbeitsplatte erreicht. Einen zusätzlichen Schutz bieten Ausläufe, die mit chemikalienbeständigem Polyamid beschichtet sind und die Lebensdauer der Sanitärinstallation verlängern.

Besonderes Augenmerk muss auf die Neutralisation chemischer Abwässer gelegt werden, bevor sie in die Kanalisation gelangen. Das Angebot von Renggli umfasst Untertisch- und Durchlaufneutralisatoren, die den pH-Wert der den Arbeitsplatz verlassenden Spülflüssigkeiten automatisch korrigieren, ohne dass der Prozess manuell überwacht werden muss.

Installation technischer Gase ohne Leckagerisiko

Installationen für technische Gase versorgen vor allem Brenner, die in klassischen Präparationstechniken eingesetzt werden. Ihre Planung erfordert besondere Sorgfalt, da eine Undichtigkeit in der Gasinstallation eine der ernsthaftesten Gefahren im Labor darstellt.

Ein zentrales Sicherheitselement sind Armaturen mit automatischer Gassperre, die bei falschem Druck oder Schlauchbeschädigung die Medienzufuhr automatisch unterbrechen. Dies erfüllt die höchsten Arbeitsschutzstandards, die in Forschungseinrichtungen gelten.

Gasentnahmestellen sollten idealerweise an vertikalen Blenden oder in Aufbauten und nicht auf der Arbeitsplatte herausgeführt werden. Eine solche Platzierung schließt das Risiko einer mechanischen Beschädigung flexibler Schläuche bei der Arbeit an Insel- und Wandtischen aus.

Stabiler Druck an jedem Arbeitsplatz: pneumatische Installation

Druckluft ist eines der universellsten Labormedien – sie treibt die Pneumatik von Messgeräten an und dient dem Trocknen von Glasgeräten mit Blaspistolen. Aufgrund der vielfältigen Anwendungen muss die Installation eine Druckstabilität im gesamten System gewährleisten.

Eine ordnungsgemäße Verlegung der Schläuche eliminiert das Risiko von Leckagen, die auf Dauer die Kompressoren übermäßig belasten und die Betriebskosten erhöhen.

Integrierte Filter und Schnellkupplungen, die an den Enden der Installationsblenden montiert sind, erleichtern die tägliche Arbeit der Forscher, indem sie die Luft von Verunreinigungen und Feuchtigkeit säubern und stabile Druckparameter aufrechterhalten.

Vibrationsfreies Vakuum: Installation für Lyophilisierung und Filtration

Vakuumleitungen werden bei der Lyophilisierung, Vakuumfiltration oder beim Verdampfen von Lösungsmitteln verwendet. Bei der Planung einer solchen Installation muss zunächst entschieden werden, welche Vakuumquelle der Arbeitsplatz nutzen soll.

Die erste Variante ist der Anschluss an das zentrale Vakuumnetz des Gebäudes, was sich bei einer großen Anzahl von Arbeitsplätzen bewährt. Die zweite sind lokale Membranpumpen, die in den Unterschränken der Möbel verborgen sind – was eine durchdachte Schrankbelüftung und eine Dämpfung der von der Pumpe erzeugten Vibrationen erfordert.

Unabhängig von der Vakuumquelle ist es entscheidend, spezielle Regelventile in den Blenden zu platzieren, die eine präzise Einstellung der Saugleistung entsprechend den Anforderungen des Prozesses ermöglichen.

Spezielle Laborgase

Hochreine Gase (Helium, Argon oder Stickstoff, die u. a. in der Chromatographie verwendet werden) erfordern bei der Anlagenplanung einen anderen Ansatz als Standardmedien. Selbst minimale Verunreinigungen der Leitung können die Analyseergebnisse beeinträchtigen. Daher werden sie durch Edelstahlrohre geleitet, die geschweißt und nicht mit herkömmlichen Fittings verbunden werden.

Labormöbel übernehmen hier eine integrierende Funktion und ermöglichen die geordnete Unterbringung von Reduziertafeln und präzisen Flaschendruckminderern im Regal- und Arbeitsplatzsystem. Die Gasinfrastruktur bleibt so übersichtlich und für Kontrollen leicht zugänglich.

Aus Gründen der Prozesssicherheit empfiehlt es sich, Spezialgasinstallationen mit Dampfdetektionssystemen zu kombinieren, die mit akustischen Alarmen ausgestattet sind und das Personal bei einem Druckabfall in der Leitung sofort warnen.

Medienzuführung für Abzüge

Chemische Abzüge sind Arbeitsplätze, an denen fast alle zuvor beschriebenen Medien gleichzeitig konzentriert sind: Strom, Wasser, Gas, Druckluft, Vakuum. Diese Häufung erfordert eine durchdachte konstruktive Lösung, die eine sichere Bedienung ermöglicht, ohne in den Arbeitsbereich des Abzugs eingreifen zu müssen.

Eine gebräuchliche Lösung ist eine "Medienschublade", die sich unter der Arbeitsplatte im Frontrahmen des Abzugs befindet. Sie ermöglicht die Bedienung der Ventile von außerhalb der Kammer, sodass man nicht mit den Händen hineingreifen muss. Für den Ablauf von verschütteten Flüssigkeiten ist ein kleines Tropfbecken ("Cup-Sink") zuständig.

Die Wahl der Abzugstechnologie wird von den Gebäudebedingungen und den Installationskosten bestimmt. Klassische Kanalabzüge erfordern den Anschluss an eine mechanische Lüftung und die Ableitung der Luft nach draußen, was insbesondere bei für Laborzwecke umgenutzten Gebäuden mit kostspieligen Installationsarbeiten verbunden ist.

19. August 2026